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Was ist Tuberkulose?
Tuberkulose (TB) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meistens die Lunge betritt. Sie ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Verursacht durch Mykobakterien-Stämme, sterben jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Menschen daran.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist etwa ein Viertel der Weltbevölkerung mit dem Tuberkulose-Erreger infiziert. Obwohl die meisten Infizierten keine Symptome haben und nicht ansteckend sind, ist latente Tuberkulose nicht zu unterschätzen. In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle geht die latente Infektion in ein aktives Stadium über.
Wegen veralteter Diagnose- und Behandlungsmethoden und und weil es keinen wirksamen Impfstoff gibt, ist die weltweite Ausbreitung nach wie vor schwer zu kontrollieren. Jedes Jahr erkranken mehr als 10 Millionen Menschen an Tuberkulose. 80 Prozent davon leben in ärmeren Ländern.
Außerdem gibt es verschiedene Formen der Tuberkulose, die schwer behandelbar sind. Dabei sind die Bakterien gegen wichtige Antibiotika resistent. Das heißt, die Medikamente wirken nicht.
In dem Fall spricht man von resistenter oder multiresistenter Tuberkulose. Laut WHO erkranken rund 500.000 Menschen jährlich neu an multiresistenter Tuberkulose (DR-TB).
1,5
Mio.
Menschen sterben jedes Jahr an Tuberkulose
25
%
der Weltbevölkerung sind mit dem Tuberkulose-Erreger infiziert
10
Mio.
Menschen erkranken jedes Jahr neu an TB
Unsere medizinische Hilfe gegen Tuberkulose
Als Ärzte ohne Grenzen setzen wir uns konsequent für die Eindämmung der Krankheit ein. Unsere Strategie ist es, so viele Menschen wie möglich rechtzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln.
- Wir behandeln erkrankte Menschen wenn möglich ambulant und in kleinen lokalen Gesundheitszentren. Unsere Patient:innen können ihren Alltag so einfacher bewältigen. Sie müssen nicht über monatelang in weit entfernten Kliniken behandelt werden.
- Wir führen Hausbesuche durch, um Patient:innen und ihre Familien über verbeugende Maßnahmen zu informieren und zu unterstützen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Ausbreitung der Tuberkulose einzudämmen und Leben zu retten.
- Wir haben eine klinische Studie durchgeführt, um die Behandlung gegen resistente Tuberkulose zu verbessern. Mit Erfolg: Wir haben eine effektivere, kürzere und besser verträgliche Behandlung für Patient:innen mit resistenter Tuberkulose entwickelt.
- Wir setzen uns für leistbare Therapien und Möglichkeiten der Behandlung ein.





Wie bekommt man Tuberkulose?
Die Ansteckung erfolgt über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen von infizierten Personen freigesetzt werden. Die Inkubationszeit von Tuberkulose beträgt sechs bis acht Wochen. Dann treten nach einer Ansteckung erste Symptome auf.
Bestimmte Bevölkerungsgruppen haben jedoch ein höheres Risiko an der Krankheit zu erkranken:
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem, z.B. bei Mangelernährung oder HIV-Infektion
- Menschen, die in Konfliktregionen oder in Gebieten mit schlechter Gesundheitsversorgung und unzureichenden hygienischen Bedingungen leben
- Menschen, die in Gefängnissen, Flüchtlingslagern oder Gebieten mit hoher Ansteckungsrate leben
- Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen
Früher ging man davon aus, dass Tuberkulose vererbbar sei. Heute weiß man, dass die Übertragung von Tuberkulose in der Regel nur von Mensch zu Mensch stattfindet.
Welche Symptome haben Tuberkulose-Patient:innen?
Die Krankheit beginnt meist als Lungenerkrankung mit Symptomen wie anhaltendem Husten, blutigem Auswurf, Brustschmerzen, Atemnot und Kurzatmigkeit.
Weitere Anzeichen sind Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Fieber.
Im Krankheitsverlauf kann Tuberkulose jedoch jedes Organ des Körpers befallen, einschließlich der Knochen und des Nervensystems. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es zu schweren Komplikationen kommen, die lebensbedrohlich sein können.
Kinder haben oft andere Symptome als Erwachsene, sie ähneln oft anderen Krankheiten wie Bronchitis oder einer Erkältung. Die Krankheit wird deshalb oft falsch diagnostiziert.
Wie schützt man sich vor Tuberkulose?
Vorbeugende Maßnahmen sind entscheidend, um die Ausbreitung einzudämmen. Dazu gehören das Tragen von Mundschutz oder Atemschutzmasken, um eine Ansteckung zu verhindern. Außerdem sollte der Kontakt mit erkrankten Personen in geschlossenen Räumen vermieden werden.
In Krankenhäusern ist es wichtig, Patient:innen schnell zu diagnostizieren und zu behandeln. Dadurch wird das Ansteckungsrisiko gesenkt.
Darüber hinaus kann eine vorbeugende medikamentöse Behandlung, wie z.B. die präventive Isoniazid-Therapie (IPT), bestimmten Risikogruppen helfen. Vor allem Kleinkinder, die engen Kontakt zu Personen mit aktiver Tuberkulose haben, werden häufig vorbeugend behandelt.
Wie wird die Krankheit diagnostiziert und behandelt?
Die Diagnose kann schwierig sein. Weil die Kosten für Tuberkulose-Tests teilweise sehr hoch sind, werden in ärmeren Ländern immer wieder veraltete Tests verwendet.
Neue molekulare Tests wie der GeneXpert MTB/RIF ermöglichen eine schnellere und genauere Diagnose. Das ist für den rechtzeitigen Beginn der Behandlung von entscheidender Bedeutung. Er zeigt an, ob jemand an einer resistenten Tuberkulose-Form erkrankt ist. Das ist wichtig, um die richtige Form der Behandlung festzulegen.
Für die Behandlung müssen Erkrankte eine Kombination von Medikamenten über einen längeren Zeitraum einnehmen. In den meisten Fällen dauert die Therapie mindestens sechs Monate. Viele Tuberkulose-Medikamente haben Nebenwirkungen, die das Leben für Patient:innen erheblich erschweren.
Die Behandlung resistenter Formen ist jedoch komplexer. Die Behandlung dauert noch länger und es müssen noch mehr Medikamente eingenommen werden.
Die Herausforderungen bei der Diagnose und Behandlung sind groß. Es gibt jedoch auch wichtige Fortschritte, die vielen Menschen helfen.
Gibt es eine wirksame Impfung?
Der BCG-Impfstoff (Bacillus Calmette-Guérin) ist eine Möglichkeit, der Krankheit vorzubeugen. Die Impfung wird allerdings in vielen Ländern nicht mehr routinemäßig empfohlen. Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist von Land zu Land unterschiedlich, und seine Wirksamkeit und Nebenwirkungen werden kontrovers diskutiert.
In Österreich wird die Tuberkulose-Impfung nicht mehr empfohlen. Das Risiko zu erkranken ist niedrig und die Nebenwirkungen sind vergleichsweise stark.